Am Meer - Nad morzem
Caspar David Friedrich: Mönch am Meer
Hans Claßen
Am Meer
Stumm übers Meer,
Wie Windvisionen,
Gehen die Glocken Vinetas.
Niemand vernimmt sie.
Das Brausen der Brandung
Vergräbt ihr Verwehen.
Kein Wort aus den Wogen –
Vergaß das Vergängnis
Die Stimmen am Grund?
Aus: Hans Claßen, Mondlicht fiel auf Blütenstaub. Romantische Spuren, Frankfurt a. M. 2001
Ins Polnische übertragen von Agnieszka Rzadca 
Nad morzem
W ciszy przez morze,
Jak wizje na wietrze,
Przechodzą dzwony Winiety.
Nikt ich nie słyszy.
Szum kipieli
Zagrzebie ich wianie.
Fale bez słów -
Czy przemijalność zapomniała
O głosach z dna?
Hans Claßen
Goethe, Werther (Ossians Gesang) eingedenk
Wandernd … über die Heide,
Umsaust vom Sturmwind …,
Der Erinn’rungen hinführt,
In dampfenden Nebeln …
Im dämmernden Licht …
Wandelnd wie der Barde,
Der Fußstapfen suchte
Und ach! ergraut
Grabsteine fand …
Am Grenzstein
Heine, Wintermärchen
Mit dem preußischen Grenzstein
Unter den kranken Eichen
Verwittert die alte Zeit.
Im achtundvierziger März
Trieben die Knospen.
Seither wuchert der Wald.
Hier hätte Heine gedichtet:
“Ich habe sie immer so lieb gehabt …” -
Wie lange noch grünen die Eichen?
Mondesanblick
Caspar David Friedrich zugeeignet
Mondesanblick - überall Erwarten
Des Zaubers… zwischen Wipfel
Und Gestein, den Wald
Erlösend, über Pfad und Wurzel
Ruhend… bei Kaplle
Oder Kreuz…
Anleuchtend aus Ruinen
Wie den Meeren… aus Klippen
Mit dem Licht der ganzen Welt!
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