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Johanna Mett (*1993); Caspar David Friedrich (1774 - 1840): Mann und Frau, den Mond betrachtend                  

                                                                                                           

Johanna Mett                        

                                                                                                                                                              

Spiegel der weltlichen Magie                        

                                                                                                                                                               

Mit dieser Geschichte möchte ich dazu einladen, mich einen Augenblick zu begleiten. Ich möchte meine Welt den Erstarrten nahe bringen, die in der Zeit aus Hektik und Alltagsgrau vergessen, daß man nicht oberflächlich betrachten darf, um die Schönheit dieser Erde und des Lebens zu erkennen, welche durch den Sumpf von Neid, Haß und Egoismus nur schwer zu erreichen ist und von den Abgasen der industrialisiertenGesellschaft verhüllt wird. Es ist Zeit, die Augen zu schließen, in die Seele zu schauen und sie für die Freiheit zu öffnen, die in der Fantasie verborgen liegt. Ich öffne meine Augen und sehe die Morgensonne, die durch die Spalten der tiefroten Fensterläden Licht und Wärme in das Zimmer bringt. Ihre Strahlen lassen die winzigen Staubflocken in der Luft für mich sichtbar werden. Sie schweben tanzend umher, schließen sich keinerlei Ordnung an. Umschwirren einander, wie winzigkleine Feen, die sich am neugeborenen Tag erfreuen. Verschlafen blinzelnd, lasse ich meinen Blick durch den Raum schweifen, der auf der alten Uhr an der in einem hellen Pfirsichton gestrichenen Wand hängen bleibt. Ihre verschlungenen Zeiger weisen mich stumm darauf hin, daß es noch viel zu früh sei, um aufzustehen, jedenfalls zu früh für einen Menschen, der sich an keine Pflichten binden läßt. Ich schlage die blütenweiße Bettdecke zurück, die an den vom Sonnenlicht berührten Stellen zu leuchten beginnt, so daß ich kurz blinzeln muß. Die Staubflocken wirbeln umher. Ich stehe auf und spüre, wie meine nackten Füße den alten Holzboden berühren, der mir knirschend einen Bonjour wünscht.

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Johanna Mett (*1993), Angela Buhl (*1989),  Theresa Schnettler (*1990)

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Kerstin Mertenskötter (*1986), Katharina Laukemper (*1994), Leina Wald (*1981) 

 

Gedicht des Monats (August 2010):    

        

Kerstin Mertenskötter; Caspar David Friedrich, Schwäne im Schilf 

               

Kerstin Mertenskötter (*1986) 

 

Libellenflügelschlag

 

Libellenflügelschlag

in der Luft am See

bei dir im Ufergrün.

Himmel oben, Himmel unten.

 

Flügelschlag Libellen

in der Luft am See

neben dir im Ufergrün.

Himmel oben, Erde unten.

 

Schlag Libellenflügel

in der Luft am See

neben dir im Ufergrün.

Himmel oben, Hölle unten.

   

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Hans Claßen, Droste-Hülshoff-Museum (”Fürstenhäusle”) Meersburg; Caspar David Friedrich (1774 - 1840): ”Der Morgen” und “Flußufer”  

           

Hans Claßen

 

Die Quelle

 

Im schönsten Wiesengrunde,

   Wo in den Dorfbach

      Die Quelle sprudelt …

 

Als im August neunundfünfzig

   Die Wasserleitung versiegt war

      Und wir hier Kannen füllten -

 

Mit dem Handkarren wieder

   Wie damals zur Quelle kommen!

      Im schönsten Wiesengrunde …

 

                                                                                                                                                                Am Meer

 

Stumm übers Meer,

   Wie Windvisionen,

      Gehen die Glocken Vinetas.

  

Niemand vernimmt sie.

   Das Brausen der Brandung

      Vergräbt ihr Verwehen.  

 

Kein Wort aus den Wogen –

   Vergaß das Vergängnis

      Die Stimmen am Grund? 

Ins Polnische übertragen von Agnieszka Rzadca  

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